Die Räucherkerzenherstellung

Die "Rezepte", also die genaue Zusammensetzung, bleiben streng geheim - darauf bestehen die Hersteller der duftenden Winzlinge in Crottendorf, Neudorf und Mohorn. Unterm Strich ähneln die Bestandteile dem Schwarzpulver, zum Glück in völlig anderer Konstellation. Sie werden aus Holzkohlestaub, Sandelholz- und Rotbuchenmehl, Bindemittel und natürlichen Duftstoffen aus Kräutern, Harzen, Blüten, Wurzeln oder ätherischen Ölen gefertigt und verbreiten anheimelnden Duft im Raum, den jeder Erzgebirger kennt und mit Weihnachten verbindet. Die Adventsklassiker sind schwarz und duften nach dem Anzünden nach Weihrauch. Es ist vorbestimmtes Schicksal der kleinen Kerzchen, glimmend im hohl gedrechselten Bauch eines Räuchermännchens zu landen, seinen Rauch durch den offenen Mund am Pfeifchen vorbei zu entfalten, um wenig später als Häufchen graue Asche zu enden...

Im neugestalteten Dreiseitenhof der Firma Huss in Neudorf können Sie bei einem kleinen Rundgang alles Wissenswerte rund um die Räucherkerze erfahren oder selbst zur Tat schreiten und wie zu Großvaters Zeiten Räucherkerzchen herstellen. Ein Besuch lohnt sich!

Das Klöppeln

Klöppeln im ErzgebirgeEins vorweg: das Klöppeln wurde nicht im Erzgebirge "erfunden". Der Barbara Uthmann haben wir zu verdanken, dass sich diese Kunst im Erzgebirge etablierte. Sie organisierte den Handel der fertigen Produkte und hatte damit maßgeblichen Anteil an der Verbreitung dieses Handwerkes. Musterbücher aus Italien und den Niederlanden dienten als Vorlage. Beim Klöppeln werden bis 200 Fäden aus Leinengarn durch Kreuzen und Drehen, sogenannte Schläge, kunstvoll miteinander und ineinander verflochten. Gäste erstaunt die enorme Schnelligkeit, mit der erfahrene Klöpplerinnen verblüffen. Sie stellen noch heute Gebrauchspitze für festliche Kleidung, Fenster- und Christbaumschmuck und Wohnaccessoires her.

Das Reifendrehen

Im Osterzgebirge, in der Region Seiffen, können Sie bis heute dieses Handwerk, das aus dem 19. Jahrhundert stammt, erleben. Es entstand, um der Reifendrehen im Erzgebirgewachsenden Nachfrage gerecht zu werden, denn mit dieser Technik konnte der Spielzeugmacher eine weitaus größere Menge an Tieren und Holzfiguren produzieren. Das Fichtenholz, das zur Bearbeitung nass sein muss, wird dabei auf die Drechselbank gespannt, kreisrund abgedreht und auf beiden Seiten mit verschiedenen Vertiefungen, Rillen und Kerben versehen. Von diesen "Reifen" werden 40 bis 60 Tiere abgespalten und später beschnitzt. Gut verpackt werden sie in alle Welt als "Schachtelware" geschickt.

Das Drechseln und Spanbaumstechen

Bekannt und beliebt: der Nussknacker. Ein wenig grimmig drein blickend, ist er ein Sinnbild für das Erzgebirge. Damals typisch als König, Soldat oder Förster findet man heute sämtliche Variationen. Wussten Sie, dass es bis zu 130 Arbeitsgängen bedarf, um einen Nussknacker fertig zu stellen? In Neuhausen laden im weltweit einzigen Nussknackermuseum über 4400 der lustigen Gesellen aus Nah und Fern zum Bestaunen ein. Beim Drechseln dreht sich das Holz auf einer Drechselbank um seine eigene Achse. Im Ursprung entstanden so einfache, symmetrische Spielfiguren für Kinder. Details wurden mit Pinsel und Farbe ergänzt. Heute entstehen, noch immer in liebevoller Handarbeit, neben Holzspielzeug die bekannten Räucher- und Bergmänner.

Beim Spanbaumstechen werden aus einem gedrechselten Lindenstab aus freier Hand Späne abgehoben. Sie schmücken Spielzeugdosen, Pyramiden und Schwibbögen. Gutes Augenmaß und Fingerspitzengefühl sind gefordert, denn mit einem falschen Schnitt wäre das Bäumchen dahin.

Das Schnitzen und die Holzbildhauerei

Sie kennen Schwibbögen mit filigranen Figuren und kunstvoll gestaltete Pyramiden aus dem Erzgebirge - sie haben hier ihre Wurzeln. Auch heute noch wird in zahlreichen Vereinen die Tradition des Schnitzens gepflegt. Aus einem Klotz Lindenholz wird einer Figur Span um Span Leben eingehaucht und es entstehen regionale, bergbauliche oder biblische Motive. Auch auf den über 160 im Freien stehenden Ortspyramiden stehen geschnitzte oder gedrechselte Figuren. Ob nur lasiert oder mit charakteristischen Farben wie bei Lichterengel und Bergmann - die Variationen sind so zahlreich wie die Geschmäcker unserer Gäste, die bis heute diese Kunst kaufen und die erzgebirgische Holzkunst in aller Welt bekannt gemacht haben.

Schauwerkstätten und Schnitzkurse

Langs Erzgebirgshaus in Annaberg-Buchholz
Holzbildhauermeister Dietzsch, Geyer
Drechslerei Breitfeld, Annaberg-Buchholz
Kunstgewerbe Taulin, Oberwiesenthal
Volkskunstschule Schwarzenberg
Drechslerei Stephani Olbernhau / Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker
Schauwerkstatt Seiffener Volkskunst

Lebendiges Handwerk

Hautnah und mit allen Sinnen, können Sie im Erzgebirge das traditionelle Handwerk erleben. Unsere reiche Handwerkskunst hat ihren Ursprung in der Geschichte des Erzbergbaus, als die die Bergleute als zusätzliche Einkommensquelle neben ihrer Arbeit im Berg handwerkliche Gebrauchsgegenstände fertigten. Die natürlichen Ressourcen waren gegeben. Hinzu kommt die Geselligkeit der Erzgebirger, die diese Traditionen pflegten - in "Hutzenstuben" saß man lange zusammen um zu schnitzen, zu singen und zu klöppeln. Made in Germany, erzgebirgische Originale - hier können Sie erleben, wie Einzigartiges entsteht.

Schauen Sie in zahlreichen Werkstätten den Handwerkern über die Schulter. Ob das Holzschnitzen, die Drechselkunst, das Spanbäumchen-Stechen, das Klöppeln und Posamentieren oder die Spielzeugherstellung - gern laden wir Sie zu einem Schnupperbesuch ein. Sie möchten selbst aktiv werden? Gerne! Bei der Firma Huss in Neudorf, wo die Kerzchen für die Räuchermännchen entstehen, können Sie sogar die "Weihrichkarzle", wie sie bei uns im Erzgebirge genannt werden, aus natürlichen Rohstoffen selbst kneten und Formen wie zu Großvaters Zeiten.

Über Generationen würde das handwerkliche Geschick weitergegeben. Im Erzgebirge heißt es: "Alles kommt vom Berge her...". Der Bergbau prägte den Alltag und gab den Namen, die filigrane Handwerkskunst machte unsere Region weltbekannt.

Ebenso bekannt ist die Bleikristall-Glasveredlung. Nachdem vor ca. 200 Jahren die letzte Glashütte im Erzgebirge schließen musste, deren Geschichte bis ins 13. Jh. zurückreicht, und der Silberbergbau zu Ende ging, hat man es danach zu einer wahren Kunst beim Schnitzen, Klöppeln oder der Herstellung von Spielzeug und Erzeugnissen rund um das Weihnachtsfest gebracht. Nach dem 2. Weltkrieg kam in folge von Flüchtlingsbewegungen aus dem Sudetenland wieder ein altes Kunsthandwerk des Glasschleifens und Gravierens in das Erzgebirge:

In der Schauwerkstatt der Bleikristall-Glasveredlung Peter Uhlig können Sie beim Schauschleifen und Gravieren von Bleikristallglas zusehen. Desweiteren können Sie in der Verkaufsausstellung traditionelle Bleikristallartikel aus der eigenen Werkstatt zu Betriebspreisen kaufen.

Bergmännisches Brauchtum

Gehört auch der Bergbau im Erzgebirge überwiegend der Vergangenheit an, so wird doch allerorts stolz das bergmännische Brauchtum gepflegt! Auch im Sommer, jedoch vorwiegend in der Vorweihnachtszeit, halten Hütten- und Knappschaftsvereine Bergparaden ab. Sieht man die Teilnehmer der Bergmannskapellen und die Trachtenträger, die zu den Paraden in Ihrem prächtigen Festtagshabit erscheinen, wärmt das sogar die Herzen der Einheimischen jedes mal auf´s Neue.

Vor Weihnachten finden an vielen Orten die "Mettenschichten" statt. Traditionell unter den ehemaligen einheimischen Bergleuten oder auch für Gäste aus ganz Deutschland, die dann in den Huthäusern oder untertage in Besucherbergwerken dieses traditionelle Fest begehen. Die "Mettenschicht" ist ein alter Erzgebirgischer BergmannBrauch und bezeichnet die letzte eingefahrene Schicht vor Weihnachten, bei der der Steiger die Schicht vorzeitig mit einem Klopfzeichen beendete. Bei dieser letzten Schicht vor Weihnachten haben die Bergleute bei der Ausfahrt ihre leuchtenden Grubenlampen über dem Stolleneingang abgestellt - so entstand der Schwibbogen in seiner traditionellen Form.

Erleben Sie das "Weihnachtsland Erzgebirge" dessen Ursprung im Mittelalter liegt, als hier tausende Bergleute nach Erzen suchten und den damaligen Reichtum Sachsen begründeten. Die Dunkelheit des Schachtes, in der sie sich täglich Entbehrungen und Gefahren aussetzten, ließ das Licht zum wichtigsten Gut werden. Es bedeutete nicht nur Wärme und Sicherheit sondern auch Leben und Hoffnung, besonders im Winter, wenn die Tage kürzer und kälter wurden. Die Verbindung zwischen Christi Geburt an Weihnachten und dem Leben der Bergleute im Erzgebirge war stark und blieb bis heute lebendig.

Auf Bergbaulehrpfaden, in Museen und vor allem in den zahlreichen Besucherbergwerken in den Bergstädten können Sie auf vielfältige Weise Geschichte erleben. Lassen auch Sie sich von der Montanregion Erzgebirge faszinieren!

Auszug der Besucherbergwerke in unserer Nähe

Markus Röhling Stolln im OT Frohnau (Annaberg-Buchholz)

Mit der Grubenbahn fahren Sie 650 m horizontal in den Berg ein und erfahren Interessantes über Silber-, Kobalt- und Uranbergbau. Attraktion ist das 9m hohe Wasserrad untertage. Übertage erwartet Sie eine umfangreiche Technik-, Bergbau- und Mineralienausstellung. Es kann sogar untertage geheiratet werden.

Markus Röhling Stolln

Besucherbergwerk "Im Gößner" in Annaberg-Buchholz

Das Bergwerk befindet sich im Hof des Erzgebirgsmuseums, gegenüber der St. Annenkirche und wurde 1995 durch Zufall entdeckt. Hier ist Klettern angesagt, denn es geht auf der Reise in die Geschichte vertikal in den Berg und über ein Leitersystem wieder ans Tageslicht. Die Form der alten Stolln, Nischen für das Geleucht und Schlegelspurenzeigen Ihnen, dass Sie sich in einem 500 Jahre alten und unberührten Silberbergbau befinden. Sehenswert!

Besucherbergwerk "Im Gößner"

Dorothea Stollen im OT Cunersdorf (Annaberg-Buchholz)

Der Dorothea Stolln ist der noch befahrbare Zugang zum Grubenrevier "Himmlisch Heer" bei Annaberg. Die Grube hat ein Streckennetz von über 50 km. Zu sehen sind vor allem der Altbergbau und Bergbau bis in die Neuzeit. Die Bootsfahrt untertage ist ein Erlebnis für Jung und Alt.

Dorothea Stollen

Zinngrube in Ehrenfriedersdorf

Die Exkursion durch die Untertageanlage eines der ältesten Bergwerke Europas beginnt mit der Seilfahrt über den "Sauberger Haupt- und Richtschacht" bis in 100m Tiefe. Auf einem Fußweg von ca. 1,3 km und einer Grubenfahrt erleben Sie historischen und modernen Bergbau. Im Heilstolln herrscht bei 8°C und fast völlig staub- allergiefreier Atemluft ein Klima, das zur Behandlung von Asthma und Bronchitis bestens geeignet ist.

Zinngrube in Ehrenfriedersdorf

Zinnkammern Pöhla

Eine längere (ca. 3h gesamt) aber sehr spannenden Führung!
Sie fahren 3000m in den Berg und werden in die "Geheimnisse" des Wismutbergbaus eingeweiht. Die Eindrücke, die die größten Zinnkammern Europas hinterlassen, sind einzigartig. Neben den Führungen mit erfahrenen Bergleuten finden zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen aufgrund der ausgezeichneten Akustik in dem "unterirdischen Konzertsaal" statt.

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